Unter den vielen diskutierten Möglichkeiten für eine saubere Art des Autofahrens befindet sich auch das Wasserstoffauto. Mit Elektromotor, Brennstoffzelle und Wasserstofftank unterscheidet es sich von Verbrennern und konventionellen Elektroautos. Wie funktioniert es und was sind die Vor- und Nachteile?

Funktionsweise Wasserstoffauto

Wasserstoffautos sind Autos mit einem ganz normalen Elektromotor. Der Unterschied zu Elektroautos ist die Herkunft des Stroms für den Antrieb. Dieser wird nicht in einem Akku gespeichert, sondern in einer Brennstoffzelle an Bord des Fahrzeugs erzeugt.

Wasserstoff und Sauerstoff reagieren hier unter der Abgabe von elektrischer Energie. Eine kleine Batterie ist als Zwischenspeicher vorhanden. Sie dient als Puffer für Leistungsspitzen und auch als Speicher für die Bremsenergie-Rückgewinnung. Als Emission wird lediglich Wasserdampf an die Umwelt abgegeben.

Für die detaillierte Funktionsweise hier eine Erläuterung des ADAC.

Ein Wasserstoffauto tanken

Der Wasserstoff wird gasförmig betankt. In Deutschland gibt es 77 Wasserstoff-Tankstellen. Der Tankvorgang dauert in der Regel zwischen drei und fünf Minuten.

Zapfsäule
Geht fast so einfach wie Tanken an einer normalen Zapfsäule.

Eine Tankladung für eine Reichweite bis zu 500 Kilometer kostet circa 50 Euro. Für das Tanken brauchen Wasserstoff-Autofahrer eine H2-Tankkarte. Für diese Karte können sich Wasserstoff-Autofahrer auf h2.live registrieren. Ebenso gibt es dort eine Übersicht von Wasserstofftankstellen in Europa.

Die Herausforderungen

Die Gewinnung von Wasserstoff ist relativ aufwendig. Durch Elektrolyse wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff aufgeteilt. Kommt der Strom für die Elektrolyse nicht aus erneuerbaren Energien, verschlechtert sich zudem die Ökobilanz von Wasserstoffautos.

Das Tankstellennetz ist dünn. Allerdings soll es bis 2020 einhundert Wasserstofftankstellen in Deutschland geben.

Die Anschaffungskosten für Wasserstofffahrzeuge sind hoch. Serienfahrzeuge mit Brennstoffzelle sind zum Beispiel der Hyundai Nexo (ab knapp 70.000 Euro) und der Toyota Mirai (ab knapp 80.000 Euro).

Unterschiede zu herkömmlichen Elektroautos

Durch die Erzeugung des Stroms für den Elektromotor an Bord des Fahrzeugs und der anschließenden Verwertung entfällt ein schwerer, platzraubender Akku mit hoher Kapazität. Im Vergleich zu Verbrennern ist der Tank allerdings größer.

Das Betanken mit gasförmigem Wasserstoff ist dafür schneller durchführbar als das Laden eines Akkus.

Zudem haben Wasserstofffahrzeuge im Schnitt eine höhere Reichweite als konventionelle Elektroautos.

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