In deutschen Städten bewegt sich viel. Neben dem Autoverkehr bieten öffentliche Verkehrsmittel und neue Mobilitätsdienste der städtischen Bevölkerung eine Menge an Fortbewegungsmöglichkeiten. Die Landbevölkerung hingegen kommt ohne eigenes Auto oft kaum vom Fleck. Lösungen wie die Mitfahrbank wollen an der Situation etwas ändern.

Wie kommen Reisende auf dem Land vom Fleck?

Das Stadtgebiet München ist gesättigt mit Mobilitätsdiensten. Kaum jemand muss lange laufen um an einem U-Bahnhof, einer Bushaltestelle oder einem Fahrzeug eines Carsharing-Anbieters seine Reise zu beginnen. Eine Tramstation ist selten weit entfernt von einer Bushaltestelle, U-Bahn und S-Bahn trennt oft nur eine Rolltreppe. Sind Mobilitätsdienste doch mal ein Stück weit auseinander, können Reisende inzwischen auf E-Scooter zurückgreifen.

Doch wie sieht es aus, wenn man sich an die Ränder des Stadtgebiets wagt, wie oft fährt hier die S-Bahn, falls es eine gibt und wie setze ich ab der Endhaltestelle meine Reise fort? Das sind keine Fragen, die nur für wenige Menschen in Deutschland relevant sind. Dem ADAC nach wohnen knapp 16 Millionen Menschen auf dem Land, also in Regionen mit weniger als 150 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Reisende haben wenig Alternativen

Mobilität ist geografisch begrenzt. Das Stadtgebiet München hat verkehrstechnisch, zumindest in Bezug auf die Vielfalt, eine Menge zu bieten. Doch außerhalb sind die Reisemöglichkeiten stark eingeschränkt.

Wer mobil sein will hat am besten ein Auto. Wer kein Auto hat aber trotzdem nicht auf einer Insel leben will, ist angewiesen auf Busse mit dünner Fahrplantaktung oder muss sich selbst eine Mitfahrgelegenheit organisieren.

Diese Situation findet sich nicht nur im Raum München wieder, sondern ist deutschlandweit ein Problem. Nach einer Umfrage des ADAC halten 60 Prozent der Landbewohner den ländlichen Raum bei der Mobilität für abgehängt.

Was kann helfen Menschen mobil zu machen?

Es gibt aber bereits umgesetzte Konzepte für die Mobilität auf dem Land. Die Mitfahrbank ist eines davon. Im Prinzip ist dieses Konzept nichts anderes als Trampen, nur dass die Punkte zum Aufnehmen von Reisenden vordefiniert sind.

Bei manchen Varianten der Mitfahrbank haben Mitnehmer und Passagiere entsprechende Karten, die sie als registrierte Teilnehmer der Mitfahrbankinitiative ausweisen. Da klassisches Trampen aus Sicherheitsgründen nahezu ausgestorben ist, sind solche Ausweise ein gutes Mittel, um Misstrauen entgegenzuwirken. Auswechselbare Schilder mit den Namen von Zielorten zeigen Mitnehmern an, wohin die Reise gehen soll.

Eine andere Idee kommt aus dem Großraum Braunschweig. Bedarfsgesteuerte Kleinbusse fuhren hier von Juni 2018 bis Februar 2019 im Rahmen eines Forschungsprojekts des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation in Göttingen in Kooperation mit dem Regionalverband Großraum Braunschweig und dem Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hat eine ganze Sammlung von interessanten Ideen für die Mobilität auf dem Land recherchiert. Oft handelt es sich dabei um Eigeninitiativen betroffener Gemeinden.

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